
Rezi- Exemplar
.
June soll auf Romeo aufpassen.
So weit, so unkompliziert.
Nur entwickelt sich dieses Catsitting ziemlich schnell anders als erwartet. Denn Romeo ist nicht irgendein unbeteiligter Kater, der gemütlich in der Ecke liegt und June ihr Leben leben lässt.
Im Gegenteil.
Er wird zum Mittelpunkt einiger ziemlich verrückter Aktionen – und bringt June dabei einem Mann näher, der zunächst nur als Mister X in ihrem Leben auftaucht.
Ein Mann ohne Gesicht. Ohne richtigen Namen. Und mit einer ganzen Menge Geheimnissen.
.
Genau diese Frage hat für mich einen großen Teil des Reizes ausgemacht.
June und Mister X lernen sich nicht auf die klassische Art kennen. Zwischen ihnen entwickeln sich Gespräche, Nachrichten und eine Vertrautheit, obwohl June lange nicht wirklich weiß, wer auf der anderen Seite steckt.
Und natürlich stellt sich irgendwann die Frage:
Wie weit kann man einem Menschen vertrauen, dessen wahre Identität man nicht kennt?
Dabei bleibt es aber nicht beim bloßen Geheimnis um Mister X. Nach und nach wird deutlich, dass hinter seiner Zurückhaltung und seinem Kontrollbedürfnis mehr steckt.
Dadurch bekommt die zunächst ziemlich witzige Ausgangslage zunehmend emotionale Tiefe.
.
Mein heimlicher Star steht allerdings auf vier Pfoten.
Romeo.
Ich habe die Szenen rund um ihn geliebt.
Vor allem die inszenierten Fotos, mit denen Mister X immer wieder konfrontiert wird, sind herrlich. June treibt das Spielchen immer weiter – und irgendwann stellt sich eigentlich nur noch die Frage, wer hier wen erzieht. 😂
Gleichzeitig ist Romeo viel mehr als ein niedlicher Sidekick.
Er verbindet die beiden Hauptfiguren miteinander und sorgt immer wieder dafür, dass Mister X aus seiner kontrollierten Komfortzone herauskommt.
Der Kater wird damit tatsächlich zu einer Art unfreiwilligem Matchmaker.
.
Was mir ebenfalls gut gefallen hat, ist Junes Entwicklung außerhalb der Romance.
Ihr beruflicher Weg als Journalistin spielt eine wichtige Rolle. Sie hat Rückschläge erlebt, muss sich neu orientieren und beschäftigt sich immer wieder mit der Frage, wie es für sie weitergehen soll.
Im Verlauf der Geschichte beginnt sie wieder zu schreiben, ihre Texte finden Aufmerksamkeit und plötzlich entstehen Möglichkeiten, mit denen sie nicht gerechnet hat.
Das mochte ich sehr.
Denn June bekommt ihr Happy End nicht ausschließlich dadurch, dass ein Mann in ihr Leben tritt. Sie erobert sich gleichzeitig etwas Eigenes zurück.
.
Das Buch kann unglaublich leicht und witzig sein.
Gerade Romeo, die Fotos und die Gespräche zwischen June und Mister X sorgen immer wieder für Situationen, bei denen ich grinsen musste.
Aber darunter liegen ernstere Themen.
Es geht um Vertrauen und Verletzlichkeit, um Erfahrungen, die einen Menschen prägen, und darum, wie schwierig es sein kann, die eigenen Schutzmauern wieder herunterzufahren.
Dadurch bekommt die Beziehung für mich wesentlich mehr Substanz, als die verrückte Catsitting-Ausgangslage zunächst vermuten lässt.
.
Auch das Drumherum hat für mich wunderbar funktioniert.
June ist nicht völlig isoliert auf ihre Romanze reduziert. Freundschaften und Familie haben ihren Platz, und gerade zum Ende hin entsteht dieses schöne Gefühl eines größeren Freundeskreises.
Dazu kommt New York und später eine ordentliche Portion Weihnachtsstimmung.
Das macht die Geschichte gemütlich, ohne dass sie für mich ausschließlich als Weihnachtsroman funktioniert.
.
Ein Kater, ein geheimnisvoller Mister X und eine Frau, die eigentlich nur Catsitting machen wollte – was soll da schon schiefgehen?
Eine ganze Menge. Zum Glück. 😂🐈
Mich hat besonders die Mischung überzeugt: Die Geschichte ist romantisch und witzig, besitzt aber gleichzeitig genug emotionale Tiefe, um nicht oberflächlich zu bleiben.
June und Mister X kommen sich Stück für Stück näher, während Vertrauen und Geheimnisse immer wieder zwischen ihnen stehen. Gleichzeitig entwickelt sich June auch unabhängig von der Liebesgeschichte weiter.
Und über allem thront natürlich Romeo.
Ein Kater, der Chaos verursacht, Menschen zusammenbringt und für einige der Szenen sorgt, die mir aus der Geschichte besonders im Gedächtnis geblieben sind.
Humor, Gefühle, New-York-Flair, Weihnachtsstimmung und jede Menge Katzenchaos – genau meine Mischung.
Design by ThemeShift.