Bücher aus dem Feenbrunnen

Rezensionsexemplar: Das Buch wurde mir vom Cove Verlag als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt. Dies beeinflusst meine Meinung nicht.

Worum geht es?

Soraya Bennett hat einen ziemlich guten Grund, das Königshaus und insbesondere Kronprinz Cruz Castillo nicht gerade in ihr Herz geschlossen zu haben. Cruz war an der Verurteilung ihres Bruders beteiligt und verkörpert für Soraya damit all das, was sie mit Macht und Willkür verbindet.

Als sie sich ohne große Vorbereitung der Aufnahmeprüfung an der Element Academy stellen muss, begegnet sie ausgerechnet ihm wieder.

Damit ist natürlich Konflikt vorprogrammiert.

Doch hinter der persönlichen Geschichte zwischen Soraya und Cruz steckt eine wesentlich größere Welt. Die Ebenen von Lyra wird von verschiedenen Völkern, Formen der Elementarmagie und vor allem einem gesellschaftlichen System geprägt, in dem magische Bindungen eine enorme Bedeutung besitzen.

Und genau hier wurde das Buch für mich besonders interessant.

Eine Fantasywelt, die tatsächlich Regeln besitzt

Ich mag Worldbuilding besonders dann, wenn Magie nicht einfach vorhanden ist, weil sie hübsch aussieht.

In dieser komplexen Welt gehören beispielsweise die Auralianer zur Licht- und Energiemagie, die Infern(os) zur Feuermagie, Pez zu Wasser und Eis und Rocas zu Erde und Stein.

Dazu kommt das Konzept der Bindung zwischen Menschen und Naturwesen.

Und diese Bindung ist eben nicht nur irgendein romantisches oder magisches Extra. Sie beeinflusst das gesellschaftliche Leben.

Besonders interessant fand ich deshalb die Passagen rund um den Codex Magia. Dort wird deutlich, welche Konsequenzen es haben kann, als „ungebunden“ zu gelten. Zugang zu Institutionen, politische Beteiligung oder sogar magisch unterstützte Heilverfahren hängen innerhalb dieses Systems von der eigenen Stellung ab.

Plötzlich bekommt die Magie dadurch eine politische Dimension.

Und genau solche Details sorgen bei mir dafür, dass eine Fantasywelt funktioniert.

Soraya und Cruz – denkbar schlechte Voraussetzungen

Natürlich wäre das alles nur halb so interessant, wenn da nicht noch Cruz wäre.

Soraya hat allen Grund, ihn abzulehnen. Schließlich verbindet sie ihn unmittelbar mit dem Schicksal ihres Bruders.

Und trotzdem entsteht zwischen ihnen etwas.

Was mir daran gefällt: Der Konflikt lässt sich nicht einfach mit einem attraktiven Kronprinzen wegwischen. Zwischen beiden steht etwas, das Gewicht besitzt. Soraya kann ihre Vergangenheit nicht einfach vergessen, nur weil die Chemie stimmt.

Genau daraus entsteht die Spannung.

Diese Mischung aus „Ich sollte dich hassen“ und „Warum zum Teufel reagiert mein Körper dann anders?“ funktioniert für mich bei solchen Geschichten einfach immer wieder. 😂

Die Academy ist mehr als nur Kulisse

Auch die Velmora Academy fügt sich gut in die Welt ein. Wir bekommen Schüler, Professoren, Prüfungen, verschiedene magische Fähigkeiten und Wesen – aber gleichzeitig hängt die Academy unmittelbar mit dem gesellschaftlichen und politischen System zusammen.

Dadurch hatte ich nicht das Gefühl, einfach die nächste beliebige Fantasy-Schule vor mir zu haben.

Vielmehr lernt man über die Academy gleichzeitig die Welt und ihre Bewohner besser kennen.

Und dann diese Ausstattung …

Hier muss ich wirklich einen eigenen Abschnitt machen.

Die Schmuckausgabe ist wunderschön.

Das Völkerregister, die Karte von Lyra, Auszüge aus dem Gesetzbuch, die Gestaltung der verschiedenen Elemente und Völker und natürlich der Farbschnitt machen das Buch beinahe zu einem kleinen Nachschlagewerk seiner eigenen Welt.

Gerade bei einer Geschichte mit mehreren Völkern und einem größeren Magiesystem finde ich solche Extras nicht nur hübsch. Sie helfen tatsächlich dabei, sich innerhalb der Welt zurechtzufinden.

⭐ Bewertung: 5/5 Sterne – Highlight!

A Vow of Light and War war für mich ein richtiges Highlight. Genau diese Mischung liebe ich: eine große Fantasywelt, Academy-Vibes, Elementarmagie, politische Strukturen und dazu Soraya und Cruz, bei denen es ordentlich knistert. 🔥

Vor allem Lyra und das ganze System rund um die Völker und ihre Magie haben mich total abgeholt. Ich wollte immer noch ein bisschen mehr über diese Welt erfahren – und genau das ist für mich das beste Zeichen.

Spannend, wunderschön ausgestattet, emotional und mit einer Welt, in der ich definitiv noch nicht fertig bin.


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