Bücher aus dem Feenbrunnen

Rezi zu Dreammachine

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Okt. 5, 2026

Rezensions-Exemplar

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Eine Zukunft, in der Überleben längst wichtiger geworden ist als Komfort.

Dream Machine führt uns in eine düstere Zukunft, in der technischer Fortschritt und gesellschaftlicher Verfall unmittelbar nebeneinander existieren. Während einige Menschen von Biotechnologie, Implantaten und Daten profitieren, kämpfen andere schlicht darum, den nächsten Tag zu erleben.

Genau dieser Gegensatz hat mir von Anfang an gefallen. Die Welt wirkt nicht sauber, futuristisch und perfekt, sondern schmutzig, improvisiert und gefährlich. Technik ist vorhanden, aber sie löst längst nicht alle Probleme.

Im Gegenteil: Oft erschafft sie neue Abhängigkeiten und neue Machtverhältnisse. Gleichzeitig merkt man schnell, dass Informationen in dieser Welt beinahe genauso wertvoll sein können wie Geld oder Nahrung.

Besonders gelungen fand ich, dass sich diese Welt nicht nur über lange Erklärungen erschließt.
Vieles erfährt man durch die Figuren, ihre Lebensumstände und ihre ganz unterschiedlichen Blickwinkel. Gerade dadurch entsteht mit der Zeit ein immer klareres Bild davon, wie hart dieses Leben eigentlich ist und wie sehr sich die Menschen daran angepasst haben. Was für uns vollkommen dystopisch wirkt, ist für sie längst harter Alltag.

Jet, Artemis und Seth – drei sehr unterschiedliche Figuren

Ein großer Teil der Geschichte lebt für mich von den Charakteren und ihrer Dynamik. Jet, Artemis und Seth könnten unterschiedlicher kaum sein, und genau deshalb funktionieren sie zusammen so gut.

Jet bringt als ehemaliger Soldat viel Kontrolle, körperliche Stärke und einen ausgeprägten Beschützerinstinkt mit. Er beobachtet seine Umgebung genau, hinterfragt Situationen und wirkt zunächst wie jemand, der sich nur schwer aus der Ruhe bringen lässt. Gleichzeitig merkt man schnell, dass diese Fassade durchaus Risse bekommen kann – besonders dann, wenn Artemis oder Seth ins Spiel kommen.

Artemis wiederum war für mich eine der spannendsten Figuren. Sie arbeitet mit Informationen, beobachtet Menschen sehr genau und ist es gewohnt, Rollen anzunehmen und möglichst wenig von sich selbst preiszugeben. Gerade dieses Spiel mit Identitäten und Wahrheiten fand ich interessant. Bei ihr weiß man nie ganz genau, wie viel sie tatsächlich zeigt und wie viel davon lediglich Teil einer Rolle ist.

Seth bringt noch einmal eine ganz andere Energie mit. Er kennt das harte Leben dieser Welt, bewegt sich selbstverständlich darin und sorgt gleichzeitig immer wieder für Momente, die die Atmosphäre etwas aufbrechen. Besonders die unterschiedlichen Persönlichkeiten der drei führen immer wieder zu Reibung, Misstrauen, aber auch zu Situationen, in denen deutlich wird, wie sehr sie aufeinander angewiesen sein können.

Zwischen Technik, Daten und der Frage nach Vertrauen

Neben der Handlung selbst mochte ich besonders die Themen, die Dream Machine aufgreift. Es geht um technische Entwicklungen, Daten, Manipulation und die Frage, welchen Wert Informationen haben können. Gleichzeitig steht aber immer wieder das Zwischenmenschliche im Mittelpunkt.

Wem kann man vertrauen? Welche Information gibt man weiter? Welche behält man für sich? Und was passiert, wenn Menschen gezwungen sind, Entscheidungen zu treffen, bei denen Moral irgendwann zum Luxus wird?

Gerade dieser Punkt hat für mich gut zur dystopischen Welt gepasst. Die Figuren bewegen sich nicht in einem einfachen Schwarz-Weiß-Schema. Entscheidungen haben Konsequenzen, Motive sind nicht immer sofort klar und manche Charaktere zeigen erst nach und nach, welche Ziele sie tatsächlich verfolgen. Dadurch bleibt eine gewisse Unsicherheit erhalten, die gut zur Geschichte passt.

Das Worldbuilding gehört für mich eindeutig zu den Stärken des Romans. Man merkt, dass hinter dieser Zukunftswelt viele Gedanken stecken. Orte, Technik, Implantate und gesellschaftliche Strukturen werden nicht einfach nur als Kulisse benutzt, sondern gehören wirklich zur Geschichte.

Mein Fazit

Dream Machine ist eine düstere, technisch geprägte Dystopische Science-Fiction, die vor allem durch ihre ungewöhnliche Welt und ihre sehr unterschiedlichen Figuren funktioniert. Besonders gefallen haben mir die Gegensätze: hochentwickelte Technik trifft auf gesellschaftlichen Verfall, Informationen werden zur Währung und gleichzeitig bleiben Vertrauen, Loyalität und persönliche Beziehungen entscheidend.

Jet, Artemis und Seth sorgen durch ihre unterschiedlichen Persönlichkeiten für Dynamik, während die Geschichte immer wieder die Frage aufwirft, wie weit Menschen gehen würden, wenn Überleben wichtiger wird als Moral.

Bewertung

★★★★★ – 5 von 5 Sternen

Atmosphärisch, düster, spannend und voller interessanter Ideen. Für mich ein rundes Gesamtpaket mit einer Welt, in die ich trotz aller Gefahren sofort wieder eintauchen würde.


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