
Rezensionsexemplar – vielen Dank für die Bereitstellung. Meine Meinung bleibt davon selbstverständlich unbeeinflusst.
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Emma hat schon früh gelernt, dass sie anders ist. Gefühle anderer Menschen treffen sie nicht nur oberflächlich, sondern können sie regelrecht überrollen. Ihre Mutter hat ihr deshalb beigebracht, ihre besondere Fähigkeit zu kontrollieren, sie zu verstecken und vor allem niemals zu viel davon nach außen dringen zu lassen.
Schon dieser Einstieg hat mich direkt gepackt, weil Emmas Gabe nicht einfach als praktische oder mächtige Fähigkeit dargestellt wird. Sie ist gleichzeitig Stärke und Belastung. Etwas, das sie besonders macht, aber auch verletzlich.
Und genau diese Ambivalenz fand ich unglaublich spannend.
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Als Emmas Mutter stirbt, bricht ihre bisherige Welt auseinander.
Zur Trauer kommen plötzlich Fragen, auf die Emma nie Antworten bekommen hat. Warum musste sie ihre Fähigkeiten so konsequent geheim halten? Warum gab es einen Notfallplan? Warum wirkte ihre Mutter in manchen Situationen so, als würde sie vor etwas ganz Bestimmtem Angst haben?
Emma merkt immer stärker, dass ihre Mutter offenbar deutlich mehr über ihre Herkunft und ihre Fähigkeiten wusste, als sie ihr jemals erzählt hat.
Dieser Teil der Geschichte hat für mich sehr gut funktioniert, weil die Vergangenheit nicht einfach erklärt wird. Stattdessen bekommt man Stück für Stück neue Hinweise und merkt gemeinsam mit Emma, dass vieles von dem, was sie bisher für selbstverständlich gehalten hat, überhaupt nicht so eindeutig ist.
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Nach dem Tod ihrer Mutter muss Emma zu ihrem Vater Jacob nach Irland ziehen.
Die Beziehung zwischen den beiden ist alles andere als unkompliziert. Emma kennt ihn kaum und begegnet ihm entsprechend misstrauisch. Gleichzeitig befindet sie sich plötzlich in einem komplett neuen Umfeld, ohne ihre Mutter, ohne die vertraute Sicherheit und ohne zu wissen, wem sie überhaupt glauben kann.
Gerade diese Unsicherheit zieht sich sehr schön durch die Geschichte.
Emma bekommt zwar immer wieder neue Informationen, aber selten genug, um sich wirklich sicher zu fühlen. Und als Leserin steckt man dadurch automatisch mit ihr mitten in diesem Misstrauen.
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Was zunächst wie eine elitäre Akademie wirkt, entpuppt sich schnell als deutlich mehr.
Hinter der Sensus Corvi verbirgt sich eine Welt voller paranormaler Fähigkeiten, Machtstrukturen, Bündnisse, alter Feindschaften und Geheimnisse. Es geht um Raben und Falken, um Loyalität und Kontrolle und immer wieder um die Frage, wer eigentlich auf welcher Seite steht.
Dieses Dark Academy-Setting hat mir unglaublich gut gefallen.
Nicht, weil es einfach nur düster und geheimnisvoll wirkt, sondern weil man permanent das Gefühl hat, dass unter der Oberfläche etwas brodelt. Kaum jemand sagt Emma die ganze Wahrheit, und fast jede Begegnung wirft neue Fragen auf.
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Emma mochte ich besonders deshalb, weil ihre Entwicklung nicht nur über äußere Konflikte funktioniert.
Ihre Gabe zwingt sie dazu, sich ständig mit Emotionen auseinanderzusetzen – mit den eigenen genauso wie mit denen anderer Menschen. Dadurch entsteht eine ganz andere Art von Spannung.
Sie muss lernen, Grenzen zu setzen, ihre Wahrnehmung einzuordnen und herauszufinden, was wirklich zu ihr gehört und was von außen auf sie einwirkt.
Diese Idee fand ich richtig stark umgesetzt.
Gerade weil ihre Fähigkeit nicht grenzenlos positiv ist, sondern Konsequenzen mit sich bringt, wirkt sie glaubwürdiger und interessanter.
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Mit Figuren wie Aidan, Farran und Jared bekommt Emma mehrere Personen an die Seite gestellt, bei denen man sich nie komplett sicher sein kann.
Wer meint es wirklich gut mit ihr?
Wer benutzt sie für eigene Zwecke?
Wer sagt die Wahrheit?
Und wer verschweigt bewusst etwas?
Genau dieses Spiel mit Vertrauen und Misstrauen hat für mich einen großen Teil der Spannung ausgemacht.
Immer wieder denkt man, man hätte eine Figur verstanden – und dann kommt ein neues Detail, das alles wieder infrage stellt.
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Besonders schön fand ich das gesamte Motiv rund um Raben und Falken.
Es zieht sich nicht nur durch die Handlung, sondern auch durch die Gestaltung und Struktur des Buches. Die Kapitel, die Symbolik und die literarischen Einschübe geben der Geschichte einen ganz eigenen Charakter.
Dadurch wirkt Sensus Corvi – Chosen nicht wie irgendeine weitere Academy-Fantasy, sondern bekommt eine deutlich erkennbare eigene Atmosphäre.
Düster, geheimnisvoll, stellenweise melancholisch und immer mit dem Gefühl, dass noch etwas Größeres hinter allem steckt.
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Natürlich spielen Gefühle und Beziehungen eine Rolle, aber für mich steht die Romance hier nicht im Vordergrund.
Viel stärker sind Emmas Herkunft, ihre Gabe, die Akademie, die alten Konflikte und die vielen Geheimnisse.
Und genau das mochte ich.
Die Geschichte nimmt sich Zeit, ihre Welt aufzubauen und Fragen zu stellen, anstatt alles direkt über romantische Dynamiken zu lösen. Dadurch funktioniert sie für mich vor allem als paranormale Fantasy mit Dark-Academia-Vibes und Mystery-Elementen.
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Ohne zu spoilern: Gegen Ende wird deutlich, dass längst noch nicht alle Karten auf dem Tisch liegen.
Einige Zusammenhänge werden klarer, andere werfen direkt neue Fragen auf. Gerade die Themen Erinnerung, Identität, Herkunft und Vergangenheit bekommen noch einmal zusätzlich Gewicht.
Und dann sitzt man da und denkt eigentlich nur:
Okay. Ich brauche den nächsten Band.
Genau so sollte ein Reihenauftakt für mich funktionieren.
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Sensus Corvi – Chosen hat mich mit seiner düsteren Atmosphäre, dem DarkAcademy-Setting, den paranormalen Fähigkeiten und vor allem mit den vielen Geheimnissen komplett abgeholt.
Besonders stark fand ich Emmas Gabe, weil sie nicht einfach nur mächtig macht, sondern auch verletzlich. Dazu kommen spannende Figuren, ein ständiges Spiel mit Vertrauen und Misstrauen und eine Welt, in der man nie ganz sicher sein kann, wer eigentlich die Wahrheit sagt.
Die Raben- und Falkensymbolik gibt der Geschichte zusätzlich einen ganz eigenen Charakter und sorgt dafür, dass sie im Gedächtnis bleibt.
Für mich ein atmosphärischer, spannender und emotionaler Reihenauftakt, der genau das geschafft hat, was ich mir wünsche: Ich will unbedingt wissen, wie es weitergeht.
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