Messebericht LBM2018

Freitag

Wieder ist ein Jahr vorbei und die Leipziger Buchmesse öffnete ihre Pforten. Früh um 10 Uhr ging’s los, gleich nachdem ein Rucksack voll Snacks und Getränke in das Auto geflogen war. Auf der Autobahn war es erstaunlich übersichtlich und nur ein paar Schneeflöckchen (und laute Musik) begleiteten mich auf der Reise. Nach dem obligatorischen Kampf um einen Parkplatz und dem Papierkram am Presseeinlass, hieß es, sich erst einmal einen Überblick verschaffen.

Die Messe war gut, doch aushaltbar besucht und so konnte ich mir ohne Rangeleien einen ersten Überblick verschaffen. Die Hallen waren thematisch gut aufgebaut, es gab sogar ein größeres Areal für Onlinedruckereien, was besonders für Selfpublisher, die erwägen ihre Buchbabys mal als Taschenbuch selbst herauszubringen, interessant sein dürfte.

In der Glashalle tummelten sich wieder die kunterbunten Cosplayer, da das Licht dort am besten für gute Fotos geeignet ist. Allerdings haben einige Fotografen erneut ein halbes Studio mitgebracht, was sehr viel Platz einnahm. Den hätte man auch für Besucher nutzen können, zumal der Außenbereich durch das Winterwetter nicht wirklich nutzbar war. Das war etwas anstrengend, zumal man auch ohne solchen Equipment sehr gute Bilder machen konnte.

Zwischendurch habe ich andere BloggerkollegInnen getroffen – mal zufällig, mal verabredet. Da sie alle über Deutschland verstreut sind, ist es immer wieder schön, wenn man sich mal begegnet. Manche von ihnen leben allerdings in der gleichen Stadt wie ich und da sehen wir uns echt fast NIE! Da muss man erst auf eine Messe fahren – Sachen gibt’s… :P

 

 

 

Samstag

Nachdem ich mich träge aus dem Bett gerollt hatte, begrüßte mich vor der Tür ein Winterwunderland. Die öffentlichen Verkehrsmittel waren dadurch leider völlig lahmgelegt. Eine ziemlich schwache Kür der Betriebe, denn die Schneedecke war nicht besonders hoch. Weichenheizungen gab es anscheinend nicht und so gab es keinerlei Möglichkeit vom Rand Leipzigs zur Messe zu kommen – glücklicherweise konnte ich mit einem Leihwagen hinüberschlittern. Viele Autoren steckten allerdings fest, vermutlich noch mehr Besucher.

Zwar war die Messe sehr voll, aber keineswegs so gut besucht, wie normalerweise am Samstag. Das war andererseits ganz okay, nur habe ich dadurch manche Leute nicht treffen können – entweder kamen sie gar nicht erst an, oder waren vieeeeel zu spät, sodass es mit anderen Terminen zusammenfiel. :(
Wenn ich jetzt schon mal meckere – seit JAHREN haben wir das Problem, dass das Handynetz sowie Internet zusammenbricht. Ich hatte einen Presselogin und trotzdem keine Chance jemanden zu erreichen. Dadurch habe ich spontane Treffen oder Terminänderungen nicht wahrnehmen können. Hier darf bitte nachgebessert werden – wirklich!

Ansonsten war Samstag wie immer der schönste Tag – viele Kollegen getroffen, noch mehr Autoren und vor allem die kleineren Verlage besucht:
Der Gedankenreich Verlag überzeugte mit Hardcovern und sogar einem Monitor, auf dem Buchtrailer liefern. Außerdem waren dort die Bücher alle ein wenig besonders, z.B. „Weltenmalerin“ von Jaqueline Kropmanns oder interessante Dystopien, wie z.B. „Perfection“ von Katharina Groth, welche sich unsere Sozialen Medien kritisch zur Brust nimmt. Der Mantikore Verlag, welcher auch Spielebücher veröffentlicht, hatte ein spannendes Sortiment. Dort stach mir „Opfermond“ von Elea Brandt mit einem goldenen Skarabäus auf dem Cover ins Auge, das düstere orientalische Setting überzeugte mich dann ganz. Bald wird auch eine Alice-im-Wunderland-Adaption erscheinen – davon bin ich sowieso immer Fan! Der Sternensandverlag strahlte mit herrlichen Covern von Alex Kopainski, alle im Look von alten Hardcover-Prägungen, jedoch als Taschenbuch umgesetzt. Bei Drachenmond gab es lange Warteschlangen von begeisterten Lesefans, die ihre Lieblings-Autoren treffen wollten.

Der Stand des Selfpublisherverbandes war dieses Jahr gut 3mal so groß wie sonst! Das war wirklich wunderbar. Hier hatten die ganzen eigenständigen Autoren die Möglichkeit, ihre Werke zu zeigen, Flyer und Leseproben auszulegen oder gar Signierstunden zu ergattern, wenn sie im Vorfeld mit ihren Distributoren gesprochen hatten. Bei Skoutz habe ich natürlich auch vorbeigeschaut. Hier konnte man das neue Bewertungssystem mit den Fieberkurven kennenlernen und sich auch gut über die DSVGO erkundigen.

Ich hatte eigentlich vor auch in die Mangahalle zu gehen, doch die Zugänge waren derart brechend voll, dass ich es nicht gewagt habe und mir fest für den Sonntag vorgenommen hatte.

Sonntag

Wie geistig geplant, ging es auf die Manga-Comic-Con. Neben den kreischend bunten Merch-Ständen, fanden sich auch kleinere Verlage, deren Sortiment mich umgehauen hat. Hier möchte ich gern den Splitter-Verlag erwähnen. Er bringt Comics, als große Hardcoverserien heraus. Doch nicht nur gängige Superhelden, sondern Klassiker wie H.P. Lovecraft oder auch Edgar Alan Poe. Manche Spiele wurden auch umgesetzt, wie z.B. Bioshock, welches in authentischem ArtDeco daherkam. Die Zeichnungen sind unglaublich atmosphärisch und die Qualität ist den etwas höheren Preis wert.

Bei den Zeichnern tummelten sich dieses Mal auch vermehrt klassische Künstler – also jene, die nicht digital arbeiten, sondern auch mit Tusche und Aquarell. Das war sehr erfrischend und die Motive und Handwerkskunst bezaubernd.

Mir wurde jedoch von einigen Cosplayern zugetragen, dass sie dieses Jahr öfter nicht wie zahlende Gäste (was sie nun mal sind) behandelt wurden, sondern wie eine unschöne Last. Natürlich gibt es immer welche, die sich daneben benehmen, doch viele wurden scheinbar von der Security gegängelt. Das beginnt schon mit der Tatsache, dass man in Kostüm nicht den normalen Eingang benutzen durfte, selbst wenn es kein Aufwendiges war – man wurde von vorneherein abgesondert. Absolutes No-go für mich, zumal dieses Jahr die Messe unter dem Motto „Toleranz“ stand. Die kostümierten Fans beleben meiner Meinung nach die Messe sehr und bringen Schwung in die Sache.

Falcon-Cosplay

An diesem Tag habe ich es auch geschafft, all jene zu treffen, die mir vorher entfleucht waren. Entweder weil ich etwas essen war (wie konnte ich es wagen! :P) oder weil man mich wegen dem Handynetz nicht erreichen konnte. Mit dabei war Teja, Bella, Martina, Ann-Sophie, Susanne – um einige zu nennen. Es waren jedoch noch vieeeeeel mehr und irgendwann beschloss mein Hirn den Maximal-Input zu verdrängen. ^^°

Fazit

Eine gelungene Messe, wenn auch mit einigen Kritikpunkten. Wenn man als einfacher Besucher hindurchschlendert (wenn man denn ankam) ganz wunderbar – so wie jedes Jahr.

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2 Kommentare

  1. Angela Redl

    19. April 2018 at 8:32

    Enrico ich danke dir mit meine Hyp. Aktiven Kopfk. kann ich mir durch dich und dein erzählen von den Tagen bildliche vorstellen was ich alles mal gesehen hätte, wäre ich dort erschienen.
    Danke Lg A.

    Antworten
  2. karin

    19. April 2018 at 14:38

    Hallo liebe Susanne,

    für alle Daheimgebliebenen immer wieder schön zu lesen…das Für und Wieder auch bei solchen Aktionen.

    Mir hat es gefallen so…

    LG..Karin…

    Antworten

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