Preis: 15,00€ [D, Taschenbuch] & 12,99€ [E-Book]
Seitenanzahl:  544 Seiten
Meine Wertung: 5/5
Verlag: Piper
erschienen am: 02.05.2017                       
ISBN: 978-3-492-96584-2

Kurzbeschreibung

Der ferne Planet Arkonadia, vier Jahre und sechs Monate vor Beginn einer neuen Ära. Werkzeugmacher Zirzo begibt sich nicht ganz freiwillig auf eine lange und beschwerliche Reise in den Süden des Planeten. Unterwegs soll er ein Werkzeug schaffen – das Beste das er je gemacht hat – um dem Sohn des mächtigen General Tailos Zugang zum “Nerox” zu ermöglichen. Das Nerox, eine Anomalie die alle 453 Jahre auf Arkonadia erscheint und damit eine neue Ära einleitet, verspricht große Macht und die Herrschaft über den gesamten Planeten. Aber der Weg zum Zentrum des Nerox ist mit tödlichen Fallen gespickt und nur das perfekte Werkzeug aus Zirzos begabten Händen, kann Tailos’ despotischen Spross zum Ziel bringen und ihm helfen, sich gegen zahllose Konkurrenten durchzusetzen.
Währenddessen erhalten am anderen Ende der Galaxie Jasper und Jasmin, die seit kurzem Reisende im Dienst von Omni sind, endlich ihren ersten großen Auftrag. Omni, das als Bund der Superzivilisationen über die Milchstraße wacht, schickt die beiden nach Arkonadia, wo sie das Nerox erforschen und sein Geheimnis entschlüsseln sollen.
Der Auftrag ist heikel, nicht nur weil die beiden Reisenden auf dem fernen Planeten von Omnis Einfluss abgeschnitten sind. Für Jasmin ist die Reise zudem eine Bewährungsprobe. Versagt sie auf Arkonadia, wird sie Omni verlassen müssen und damit auch ihren Vater Jasper.

 

Cover

Ein ansprechend gestaltetes Cover, das aber so gut wie gar nichts verrät, dem des Vorgängerromans “Omni” recht ähnlich. Dieses hier ist allerdings in harmonischen Blautönen gehalten, im Hintergrund ist ein naher Planet zu erkennen, davor schwebt ein Raumschiff. Gefällt mir sehr gut.

 

Schreibstil

Wie schon im Vorgänger “Omni” überzeugt mich Andreas Brandhorst mit seinem fantasiereichen, bildhaften Schreibstil. 
Auch im “Arkonadia Rätsel” ist die Wortwahl häufig anspruchsvoll und klingt wissenschaftlich, dabei werden Details aber in ansprechenden, kleinen Portionen geliefert, so dass ich nicht den Anschluss verliere. Alles ist gut verständlich und trotz vieler Informationen bleibt der Lesefluss immer erhalten.
Verschiedene Erzählperspektiven ermöglichen dem Leser von Anfang an unterschiedliche Standpunkte kennenzulernen und die Komplexität der hintergründigen Thematik zu erfassen.
Zu Beginn hilft eine knappe Einleitung, die Erinnerung an den ersten Band aufzufrischen bzw. den Leser, der “Omni” nicht kennt, auf den aktuellen Stand zu bringen. Im Anhang finden sich Glossar, Chronologie und ein paar weitere hilfreiche Informationen.

 

Meinung

Da ich vom Vorgängerroman “Omni” sehr begeistert war, hatte ich an “Das Arkonadia-Rätsel” natürlich schon recht hohe Erwartungen. Ganz wie ich es erwartet und mir erhofft hatte, begleitet der Leser Jasper und Jasmin auf einem großen Auftrag für Omni. Und das war auch schon alles, was ich “vorhersehen” konnte.
Ganz anders als erwartet verfügen die beiden Reisenden nämlich nicht über die grenzenlose Macht Omnis, sondern sind mehr oder weniger auf sich gestellt. Ohne nennenswerte “Superkräfte” ausgestattet, werden nun Persönlichkeit und Fähigkeiten der Hauptfiguren auf die Probe gestellt, was dem Leser einen tieferen Einblick in ihren Charakter und ihre “menschlichen” Qualitäten ermöglicht.  
Die insgesamte Vorstellung der Hauptfiguren ist recht knapp gehalten, ebenso wie Schilderungen der Vorgeschichte. Das gefällt mir ausgesprochen gut, ich hasse es nämlich, wenn mir in einer Fortsetzung noch einmal über gefühlte 100 Seiten der gesamte erste Teil erzählt wird. Den habe ich schließlich schon gelesen und wer das nicht tun will, muss eben damit rechnen, ein paar Details zu verpassen.
Es ist übrigens keinesfalls notwendig den Vorgänger zu lesen um “Das Arkonadia-Rätsel” verstehen zu können, denn der Roman ist in sich abgeschlossen. Empfehlen würde ich es allerdings nicht, den ersten Teil auszulassen, denn “Omni” ist ein hervorragender Roman und die Fortsetzung macht ganz sicher mehr Spaß wenn man Jasmin und Jasper schon im Detail kennengelernt hat.
Die weiteren Figuren sind interessant und vielschichtig, die meisten von ihnen auch schwer zu durchschauen, was Schubladendenken wie “Gut und Böse” erfreulich schwer macht. Ich erinnere mich, dass ich die Figuren in “Omni” als “leicht stereotyp” empfunden habe, was mir angesichts der umfangreichen “neuen Welt” , die ich beim Lesen kennengelernt habe, genau richtig erschien, um einen leichten Einstieg zu finden und mich in die Protagonisten einfühlen zu können. Jetzt, da ich das “Omniversum” kenne und seine Spielregeln soweit begriffen habe, war es eine Freude, all die unberechenbaren, teilweise ziemlich verrückten, Figuren kennenzulernen und die Weiterentwicklung der Protagonisten zu beobachten.
Die Schauplätze sind zum Großteil auf dem Planeten Arkonadia angesiedelt, wo verschiedenartige Spezies unterschiedlicher Entwicklungsstufen zusammenleben. Die ethnische Vielfalt, aber auch die dadurch entstehenden politischen und kulturellen Unstimmigkeiten, sorgen dafür, dass Arkonadia eine vielseitige Welt ist und die eine oder andere Überraschung bereithält. Trotzdem geht der Autor noch weiter und baut einige interessante, surreal anmutende Gegebenheiten ein, die mich vollends aus den Socken hauen. (Jedweder Versuch, hier eine angemessenere Wortwahl zu finden ist leider fehlgeschlagen, als sei’s drum. ?
Was ich an den Romanen von Andreas Brandhorst inzwischen zu schätzen gelernt habe, ist die Ausgewogenheit zwischen Action/Spannung und inhaltlicher Tiefe. Noch mehr als “Omni” befasst sich “Das Arkonadia-Rätsel” auch mit ethischen Fragestellungen und moralischen Dilemmata, die sich durchaus auch im  “wahren Leben” finden lassen. Als relativer Neuling in der Science-Fiction-Literatur hatte ich nicht viel mehr als “Rumballern auf böse Aliens” erwartet und freue mich, dass ich mich geirrt habe. ?
Alles in allem gefällt mir “Das Arkonadia-Rätsel” noch ein klitzekleines bisschen besser als “Omni” und ich hoffe auf eine baldige Fortsetzung!

Fazit

Intelligenter Science-Fiction-Roman und eine starke Fortsetzung von “Omni”!
Die Reihe
  • Omni
  • Das Arkonadia-Rätsel

5 von 5 Sternen

 

(Rezension verfasst von Monja Stock)

 

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