Preis: 19,99€ [D, Broschiert] & 15,99€ [E-Book]
Seitenanzahl: 512
Meine Wertung: 5/5
Verlag: Heyne
erschienen am: April 2016
ISBN: 978-3453270527

Kurzbeschreibung

Im Winter des Jahres 1952 tanzt die fast
fünfzehnjährige Miri bei einer Party zum ersten Mal mit einem Jungen und
verliebt sich Hals über Kopf in ihn. Wenn nur der Rest ihres Lebens ein bissen
mehr nach ihrem Träumen verlaufen würde! Etwas mehr Geld und ein etwas größeres
Haus wären doch schön und auch einen Vater würde sie sie wünschen, aber einen
von der Sorte, der ihre Mutter nicht verlassen hätte, als diese mit 17 schwanger
geworden war.

Während Miri die Sonnenseiten, aber auch die
Schwierigkeiten der ersten Liebe kennen lernt, bereitet sich der Rest ihrer
Heimatstadt Elisabeth/New Jersey auf ein fröhliches und besinnliches Chanukkha
bzw. Weihnachten vor.

Doch dann stürzt ein brennendes Flugzeug
inmitten der Stadt ab – der Beginn einer unfassbaren Reihe von Ereignissen, die
das Leben aller Beteiligten unwiderruflich erschüttern.

Cover

Ein blauer Himmel mit einigen Wolken, die
Dächer einer Stadt und ein Flugzeug, das friedlich am Himmel fliegt, das zeigt
uns der Schutzumschlag der Hardcover-Ausgabe. Die grauen Wolken könnten als
Vorboten eines nahenden Unglücks gedeutet werden, was sich natürlich mit dem
Klappentext deckt, ansonsten wirkt das Cover friedlich und freundlich. 
Das
Flugzeug ist winzig klein dargestellt, es überfliegt scheinbar unbemerkt den
Ort am unteren Bildrand, fast ist es schon wieder verschwunden, ohne Einfluss
genommen zu haben. Der Kontrast zwischen der friedlichen Darstellung und meiner
Vorstellung, was das Flugzeug tatsächlich mit den beschaulichen Häusern
anstellen könnte, gefällt mir sehr gut, ebenso, wie sich der Titel des Romans
“Im Unwahrscheinlichen Fall” optisch und sinnbildlich so passend
zwischen die Bildelemente schiebt.

Schreibstil

Es hat ein bisschen gedauert, bis ich mich an 
Judy Blumes Schreibstil gewöhnen konnte. Die Autorin hat unendlich viele
Charaktere entwickelt, es kommt einem vor, als würde einem die ganze Stadt
vorgestellt werden. Sie kennt ihre Charaktere sehr gut, schreibt über sie, als
berichte sie über ihre Freunde, Nachbarn, Bekannten… 
Die Personen wirken
anschaulich und echt, obwohl man die meisten von ihnen lange Zeit nur
oberflächlich kennen lernt. Die schiere “Menschenmasse” hat mich
zunächst viel Konzentration gekostet, oft musste ich noch einmal nachlesen
“Wer was das noch gleich?”. Anfangs hat mich das beim Lesen
irritiert, im Nachhinein gefällt es mir aber sehr gut, so “ohne große
Vorbereitung” in die Erzählung hineingeworfen worden zu sein. Es gibt
einem das Gefühl, Teil der Geschichte zu sein, als sei man gerade nach
Elisabeth gezogen und lerne nun sämtliche neuen Nachbarn kennen.

Meinung

Willkommen in der Stadt der
Flugzeugabstürze…

Ein Buch, das mir sozusagen in die Hände
gefallen ist, denn bewusst und absichtlich hätte ich es mir nicht ausgesucht.
Fünfzehnjährige Teenager, Katastrophen, Liebesgeschichten… das klingt nach
meinem Geschmack erst mal abgedroschen und langweilig. Ist es aber nicht! 

Ganz ohne Kitsch, dafür aber mit viel Gefühl
erzählt Judy Blume die authentischen Liebes- und Lebensgeschichten einer ganzen
Stadt. Dabei verliert sie sich nicht im Detail, oft hätte ich mir sogar
gewünscht mehr über eine Person zu erfahren, nur um im Nachhinein festzustellen,
dass ich eigentlich ganz genau das erfahren habe, was ich wissen muss um das
“große Ganze” zu erfassen. 

Obwohl man deutlich “Typen”
erkennt, hat man nie das Gefühl Stereotype vorgesetzt zu bekommen.

Die Geschichte handelt von “ganz
gewöhnlichen Leuten”, aber schnell wird klar, dass all diese Charaktere
auf ihre Art und Weise besonders und einzigartig sind. Ganz ohne Superkräfte
und Special Effekts, einfach nur als Menschen mit all ihren Fehlern,
Geheimnissen und liebenswerten Gewohnheiten.

Bereits in den einleitenden Anmerkungen
erwähnt die Autorin, dass die im Roman geschilderten Flugzeugabstürze auf
wahren Begebenheiten in ihrer Heimatstadt beruhen. Obwohl die Figuren und deren
individuelle Lebensereignisse natürlich erfunden sind, verleiht die historische
Basis der Geschichte mehr Realität. Umso mehr verspürt man beim Lesen zugleich
das Bedürfnis, alles über das Geschehene zu erfahren aber auch die
“Angst” vor dem Weiterlesen, weil man schon die nächste Katastrophe
zu erahnen glaubt.

 

Fazit

Alles in allem ein sehr interessanter Roman,
der es wert ist, die anfänglichen Konzentrationshürden zu überwinden!

 

5 von 5 Sternen 

(Rezension verfasst von Monja Stock) 

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