Plötzlich Banshee

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Dez 10, 2016

Preis: 15,00€ [D, GB] & 12,99€ [E-Book]
Seitenanzahl: 400
Meine Wertung: 5/5
Verlag: ivi

erschienen am:  September 2016
ISBN: 978-3492703932
Kurzbeschreibung
Privatdetektivin
Alana lebt mit ihrem besten Freund in einer Vorstadt von Santa Fe, wo
seit kurzem mysteriöse Morde geschehen. 
Ihre eigenen Ermittlungen
kollidieren hin und wieder mit der Arbeit der Polizei, insbesondere der
unverschämt gutaussehende Detective Shane ist Alana immer wieder im Weg.
Aber das ist nicht das einzige Problem der chaotischen Ermittlerin.
Nicht genug, dass Alana Missgeschicke und Unglücke scheinbar magisch
anzieht, sie hat auch noch die beunruhigende, von Zeit zu Zeit aber
recht nützliche Fähigkeit, rückwärts laufende Uhren über den Köpfen
aller Menschen zu sehen, die Auskunft über deren Todeszeitpunkt geben.
Ob es ihr nun gefällt oder nicht: Alana ist eine Banshee, also eine
Todesfee. Mit einer solchen Fähigkeit ausgestattet, sollte es eigentlich
kein Problem sein, Leben zu retten und schaurige Morde zu verhindern,
aber wie Alana schnell feststellen muss, gibt es noch andere magische
Wesen in ihrer Umgebung und nicht alle sind ihr freundlich gesinnt.

Cover

Der
blassblaue Totenkopf, der von pastellfarbenen Blütenmustern umspielt  wird
wirkt frech, lustig und ein kleines bisschen makaber. Die humorvolle Stimmung
des Buches wird hier ebenso widergespiegelt, wie das verspielt-chaotische Wesen
der Protagonistin. Das Ganze vor einem mattschwarzen Hintergrund ergibt ein
ansprechendes  Cover, das zugleich edel und frech wirkt.

Schreibstil

Autorin
Nina MacKay schreibt “locker vom Hocker”,  frisch und frech drauf los.
Ihre Protagonistin Alana erzählt in der Ich-Form und nimmt dabei kein
Blatt vor den Mund.  Sie ist eine moderne, junge Frau und genauso drückt
sie sich eben auch aus. Das wirkt authentisch, ist ungemein
unterhaltsam und hin und wieder ist man geneigt, ein neues Wort in den
eigenen Sprachschatz aufzunehmen (Ich sage nur : “Nilpferdkacke”).  Die
Ich-Erzähler-Form ist natürlich eine besonders spannende Art, eine
Geschichte zu erzählen; insbesondere wenn man, wie in “Plötzlich
Banshee”, die Erzählerin fast ununterbrochen in ihrem Alltag begleitet
und so schnell das Gefühl hat, an ihrem abenteuerlichen Leben
teilzuhaben.
Zeitweise
wechselt die Autorin die Perspektive und berichtet in der dritten
Person, was andere Charaktere erleben. Dabei gelingt es ihr sehr gut,
den Sachverhalt klarer darzustellen ohne jedoch den Erzählfluss unnötig
zu unterbrechen.

Meinung

Wenn die Banshee schreit…. ist das Chaos vorprogrammiert!
“Plötzlich
Banshee” ist mal wieder so ein Roman, den ich mir nicht selbst
ausgesucht habe und daher nur halb freiwillig gelesen habe. Umso
überraschter war ich, wie gut ich unterhalten wurde! Schon früh wird
Spannung aufgebaut, nicht nur durch die eigentliche Storyline sondern
auch durch zahlreiche kleine Geheimnisse und Anspielungen auf eine
Vorgeschichte, die immer wieder in die Erzählung einfließen.
Das
Buch ist durchweg spannend und teilweise zum Schreien komisch. Trotz
wenig Ernsthaftigkeit ist es der Autorin aber gelungen, ihre Heldin
Alana glaubwürdig und echt wirken zu lassen, so dass man ihr auch
komplizierte und schwierige Emotionen abkauft. Und das alles im herrlich
alltagssprachlichen Ton, wie beim Kaffeekränzchen unter Freunden.
Auch
die übrigen Charaktere finde ich sehr gelungen, sie wirken größtenteils
sympathisch und oft auch geheimnisvoll. Es ist nicht ganz einfach,
herauszufinden, wer auf welcher Seite steht, was dem Leseerlebnis
zusätzlichen Ratespaß hinzufügt.
Der
Roman enthält zahlreiche Fantasy-Elemente, die meines Wissens nach vor
allem aus der keltischen Mythologie entlehnt sind und im Laufe der
Erzählung detaillierter werden und mit einer soliden Vorgeschichte
verknüpft werden. Dabei bleibt die Handlung nachvollziehbar;
Hintergrundinformationen werden geschickt eingestreut, ohne mit allzu
vielen komplizierten Details zu langweilen.
Der
modern-urbane Schauplatz stellt einen schönen Kontrast zu all dem
“Märchenhaften” dar und vermeidet, dass die Geschichte in
pseudoromantischen Kitsch abdriftet.
A
propos Romantik: Die beinhaltete “Liebesgeschichte” ist leider nicht so
ganz mein Fall, sowas finde ist einfach schnulzig. Aber da der Roman
eine deutlich jüngere Zielgruppe als mich ansprechen soll und die
Autorin nun wirklich nichts dafür kann, dass ich so romantisch veranlagt
bin wie eine Kettensäge, ziehe ich dafür mal keine Punkte ab. 😉
Ein
bisschen übertrieben fand ich die häufigen Missgeschicke der
Protagonistin. Obwohl die Autorin dafür eine wirklich gute Erklärung
parat hat, habe ich beim Lesen irgendwann ein bisschen den Spaß an “Oh,
noch ein Unglück” verloren. Zum Glück ist mir nur eine solche Szene in
Erinnerung geblieben. Insgesamt liest sich der Roman sehr schnell und
entspannt und bleibt durchweg interessant!
Das
Ende erschien mir etwas abrupt und zu schnell und lieblos erzählt wofür
ich nun doch geneigt war, einen Stern abzuziehen.  Da aber der
eigentliche Handlungsstrang hervorragend zu Ende gebracht wurde und ich
so viel Spaß beim Lesen hatte, bleibe ich bei 5 Sternen.

Fazit
Entspannte Unterhaltung für junge (und junggebliebene) Urban-Fantasy Liebhaber (und -Einsteiger)!

 

5 von 5 Sternen

(Rezension verfasst von Monja Stock) 

 

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